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Aufbruch zu neuen Ufern

Leben und Leben lassen,
von Männern, Mode und den Zwängen der Gesellschaft

Seien wir doch mal ehrlich, dass was bei den Männer in puncto Mode abgeht ist meistens ein Trauerspiel. Die überwiegende Zahl der Männer steht doch mit der Mode bzw. dem harmonischen Anziehen auf dem Kriegsfuß. Da wird meistens zwischen den Extremen "Pinguin" oder Jogginganzug ausgewählt. Nun gut, die blaue Jeans und T-Shirt ist auch noch vorhanden. Man(n) braucht sich nicht zu wundern, dass viele die Kleidung für den nächsten Tag von ihren Frauen heraus gelegt bekommen.
Im Grunde kann man bei der oben erwähnten Auswahl ja nicht viel verkehrt machen. Beim "Pinguinlook" könnte man höchstens bei der Krawatte und den Schuhen daneben greifen. Das macht es den Männern natürlich recht einfach. Oder sollte es so sein, dass der Anzug die moderne Variante der Ritterrüstung aus vergangenen Zeiten ist? Kann man hinter dem Äußeren die Ängste und Hemmungen verstecken? Ich kann es nicht sagen, ich besitze keinen Anzug und habe das letzte Mal bei der Konfirmation solch ein Kleidungsstück getragen.
Der Schlabberlook bietet im Grunde die gleichen Möglichkeiten nur im anderen Extrem. Denn auch dabei kann man kaum etwas falsch machen und die Möglichkeit in der Masse unter zu tauchen ist auch gegeben. Wer dreht sich schon nach einem Mann im Jogginanzug um. Einzige Möglichkeit wäre vielleicht, wenn der Jogginganzug schon von alleine und ohne Inhalt stehen würde. Das mit dem Umdrehen trifft in der Regel auch für Männer im Anzug zu. Es sei denn, es wäre ein besonderes Exemplar von Mann.
Kommen wir mal zu der wohl am weitesten verbreiteten Variante von Männeroutfit, Jeans und Pullover. Immerhin noch die Variante die mir am meisten zu sagen würde. Auch hiermit kann man wunderbar in der Masse untertauchen. Ist das Untertauchen der Grund warum viele Männer als "graue Mäuse" herum laufen? Wollen sie in der Masse verschwinden? Wollen sie nicht erkannt werden?
Setzen wir uns doch mal zur Feierabendzeit vor ein großes Bürogebäude und schauen uns an, was das heraus kommt. Im überwiegenden Fall werden wir eine Horde "Pinguine" sehen, Männer wie Frauen. Ja, auch Frauen verfallen schon dem Irrglauben, dass man nur dann seriös wirkt wenn man im "Bestatterlook" daher kommt. Auch hier hat die "Gehirnwäsche" der so genannten Businessberater schon gewirkt. Sind denn schon alle so schwach im Willen, dass ihnen fremde Menschen sagen müssen was sie tun sollen? Ist denn angepasst sein mittlerweile das höchste Gut? Waren wir denn nicht mal alle Individualisten?
Um wieder zur Mode zurück zu kehren, das Missverhältnis zwischen der Mode für Frauen und der "Mode" für Männer kann man doch ganz leicht erkennen. Entweder man(n) durchstreift mal die Kaufhäuser oder man(n) schlägt einen Katalog auf. Zum Einen ist der Platzbedarf für die "Mode" für Männer erheblich kleiner und die Auswahl beschränkt sich in der Regel auf die ewig gestrigen Artikel, Anzug, Hemd und Krawatte, Jeans, T-Shirt und Pullover. Alle diese Dinge werden seit Jahren in mehr oder wenig großen Abwandlungen an den Mann gebracht. Sicherlich kehren auch bei der Damenmode die Stile wieder. Aber da sind wenigsten so viel Jahre dazwischen, dass die alten Klamotten schon im Altkleidersack verschwunden sind.
Nachdem wir nun den Zusammenhang "Männer und Mode" behandelt haben, kommen wir nun zum Thema "Männer und Zwänge"
Wo kommt die "Liebe" der Männer zu den oben beschrieben Kleidungsstücken her? Wer impft dem Männer diesen Stil ein? Sind es die Frauen, die Mütter und die Ehefrauen? Irgendwo muss die "Liebe" zur Eintönigkeit doch herkommen. Sicherlich kommt vieles aus dem Beruf. Gerade in solchen Branchen wo der "Wahn" besteht, dass man nur seriös ist, wenn man im dunklen Anzug auftaucht, ist der Druck sicherlich groß. Dazu sei aber gesagt, mir persönlich wäre es vollkommen egal, wenn mein Banker im Sarong und Muschelkette um den Hals hinter dem Tresen stehen würde. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich wollte mich ja hier mit den "Zwängen der Männer" befassen. Warum sind die Männer so auf ihre eingefahrenen Wege fixiert? Warum brechen die Männer nicht mal aus der Uniformiertheit aus? Ich gebe mal die Antwort...."Die Männer sind in Wirklichkeit diejenigen, die sich emanzipieren müssen". Die Männer leben im Denken und Handeln noch, oder wieder in einer Zeit, als in Deutschland noch der Kaiser regierte. Die Frauen haben es doch vorgemacht. Auch wenn es noch in vielen Bereichen Defizite in der Gleichbehandlung gibt, die Frauen haben sich emanzipiert. Sie sind sogar schon so emanzipiert, dass sie in einigen Bereichen die Denkweise und die Zwänge der Männer kopieren. Siehe weiter oben bei dem "Pinguinlook".
Es ist doch aber eine Tatsache, dass die Frauen ganz ungeniert in fast alle Männerdomänen eingedrungen sind. Das ist ja auch gut, nur was ich dabei bedauere, ist die Tatsache, dass die Männer nicht umgekehrt die gleiche oder ähnliche Entwicklung gemacht haben. Die Frauen haben sich, gerade im Modebereich, weitestgehend von den gesellschaftlichen Zwängen befreit und nehmen sich ganz selbstverständlich alle Freiheiten die sie bekommen können. Auch das ist gut, aber wieder stehen die Männer mit offenen Mund daneben und staunen nur.
Die Frauen haben zum Beispiel überhaupt keine Probleme damit den Kleiderschrank ihrer Männer zu plündern. Von Hemmungen vor irgendwelchen Kleidungsstücken habe ich dabei noch nichts gesehen. Was gefällt, wird entführt und dann stolz auf dem "Laufsteg der Eitelkeiten" präsentiert. Wo ist denn hier bitte schön das "starke Geschlecht"? Die meisten Männer haben doch schon Probleme damit einen unifarbenen Pullover bei der Dame des Hauses auszuleihen. Vom Einkaufen in der "Damenabteilung" wollen wir dabei noch gar nicht mal reden. Umgekehrt ist es für die Frauen aber vollkommen normal in der Herrenabteilung zu stöbern. Nun soll mir aber niemand erklären wollen, dass sie alle Sachen für ihren Liebsten kaufen wollen. Nein nein, die kaufen sich Sachen für sich selber. Ob das nun Hemden oder Hosen sind, vollkommen egal. Sollen sie doch auch machen, dem Hemd oder der Hose ist es völlig egal ob nun eine Frau oder ein Mann drin steckt. Wo bleibt denn nun das "starke Geschlecht"? Warum sehe ich so wenig Männer in den Damenabteilungen auf der Suche nach passenden Sachen? Ganz einfach, sie haben Angst! Ja sie haben Angst dass man sie für schwach und verweiblicht halten könnte. Ich kann die Herren aber beruhigen, man bekommt keinen Stempel auf die Stirn dass die Jacke, der Pullover, die Bluse oder auch der Rock aus der Damenabteilung stammt. Ja, richtig gelesen...Rock. Warum soll ein Mann denn keinen Rock tragen? Dem Rock ist das auch vollkommen egal ob er einer Frau oder einem Mann um die Beine baumelt. Allerdings kommen wir da wieder zu den Zwängen...."Ein Mann trägt keine Röcke, so etwas tragen nur Frauen". Nun ja, zum einen haben in frühen Zeiten auch Männer Röcke getragen, es gab nämlich damals noch gar keine Hosen und zum Anderen war es bis vor wenigen Jahrzehnten verpönt, wenn die Damen eine Hose angezogen haben. Es wird ja ab und an mal versucht seitens der Modebranche Männerröcke an den Kunden zu bringen, aber das wird eh nichts werden. Denn da sind wir dann wieder bei den Zwängen und Ängsten der Männer. Andererseits kann man es auch verstehen, denn wenn mir die beängstigen Lücken in der Bildung der Deutschen zu Ohren kommen, dann stellen sich mir die Nackenhaare auf. Wenn ein Mann im Rock auftaucht, dann wird gleich der riesengroße Stempel herausgeholt. Die Sprüche gehen dann von schwul bis zu Transvestit. Das viele Männer einfach mal etwas anderes ausprobieren und aus ihrem Einerlei ausbrechen wollen, dass geht in die Köpfe der wenigsten Menschen hinein. Die wenigsten dieser Sprücheklopfer wissen allerdings, was es wirklich bedeutet schwul bzw. ein Transvestit zu sein. weiterlesen

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